Irchenriether Einrichtung setzt drei große Bauprojekte in Millionenhöhe um – MdL Dr. Stephan Oetzinger und Bezirkstags-Vizepräsident Lothar Höher machen sich ein Bild vom aktuellen Stand
Irchenrieth. Um die einmalige Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, rüstet sich das Heilpädagogische Zentrum (HPZ) Irchenrieth für die Zukunft. Drei große Bauprojekte, die zum Teil bereits am Laufen und mit einer mittleren zweistelligen Millionensumme veranschlagt sind, stehen mittelfristig auf dem Programm. Vom aktuellen Stand, den weiteren Planungen und auch den damit verbundenen Schwierigkeiten machten sich Ende letzter Woche CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Stephan Oetzinger und Bezirkstags-Vizepräsident Lothar Höher vor Ort ein umfassendes Bild.
Mit der bereits begonnenen Sanierung des sogenannten „Stockwerkehauses“ am Hauptstandort in Irchenrieth, dem demnächst beginnenden Neubau des Wohnheimes „Hinterm Rangierbahnhof“ in Weiden sowie den sich in Planung befindlichen Neubau der Förderschule „Am Kleefeld“ hat das HPZ drei millionenschwere Vorhaben vor der Brust. Mit dem Bezirk Oberpfalz als Sachaufwandsträger und der Bayerischen Staatsregierung stehen zwei wichtige Partner zur Seite, die die Finanzierung u. a. mit Fördermittel unterstützen. Den Rest der Gesamtbaukosten, erklärte Vorstandsvorsitzender Christian Stadler, müsse das HPZ selbst stemmen.
Im Beisein von Aufsichtsratsvorsitzender Birgit Reil, HPZ-Controller Michael Gleißner und dem hauseigenen Architekten Martin Thoma informierte Stadler den Landtagsabgeordneten Dr. Oetzinger und Bezirkstags-Vizepräsident über den Fortschritt und derzeitigen Sachstand bei den drei Projekten. Stadler erklärte zunächst, dass sich das HPZ bereits seit 1965, entstanden aus einem kleinen Selbsthilfeverein betroffener Familien, zu einem „sehr großen Unternehmen“ entwickelt habe, das aktuell rund 1500 Betreuungsplätze biete und 975 Mitarbeitende beschäftige.
- CSU-Landtagsabgeordneter Dr. Stephan Oetzinger (2. v. r.) und Bezirkstags-Vizepräsident Lothar Höher (3. v. l.) bekamen von den HPZ-Verantwortlichen zum aktuellen Stand der Bauprojekte Infos aus erster Hand (v. l.): Architekt Martin Thoma, Controller Michael Gleißner, Vorstandsvorsitzender Christian Stadler und Aufsichtsratsvorsitzende Birgit Reil. Fotos: lst/Grafiken: HPZ
- Fit für die Zukunft: So soll das Hauptgebäude, das „Stockwerkehaus“, künftig aussehen.
- Ein weiteres Schmuckstück wird das neue Wohnheim „Hinterm Rangierbahnhof“, welches das HPZ in der Stadt Weiden bauen wird.
- Weitergehende Einblicke in anstehenden Bauprojekte sowie die damit verbundenen Schwierigkeiten und Probleme erhielten die CSU-Politiker vom HPZ-Vorstandsvorsitzenden Christian Stadler.
- Auf Hochtouren läuft aktuell die Entkernung des „Stockwerkehauses“, hier werden die Balkone abgebaut, bevor im März/April mit den Aufbauarbeiten begonnen werden soll.
- Der derzeitige Blick in die alte Küche, von der nur noch ein paar Steinhaufen übriggeblieben sind.
„Wir sind enorm gewachsen und tun dies weiter“, sagte Stadler, der anfügte, dass es allein für die „Schule am Kleefeld“ für das kommende Schuljahr bereits jetzt 32 Neuanmeldungen geben würde. Ein Ende des Wachstums in allen Bereichen, so der Vorstandsvorsitzende, sei nicht in Sicht. Um diese Herausforderungen erfolgreich zu bewältigen, seien die Bauvorhaben notwendig geworden, die dank der Unterstützung des Freistaates Bayern und des Bezirkes Oberpfalz in Angriff genommen werden konnten.
Eine Entwicklung, die Dr. Oetzinger und Höher sowie ihren Institutionen nicht verborgen blieb. „Das HPZ hat noch weitere große Pläne in den kommenden Jahren. Ein Dank an Christian Stadler und sein Team für die großartige Arbeit. Die Einrichtung hat eine tolle Entwicklung hingelegt und ist ein Segen für unsere nordoberpfälzer Heimat“, lobte der Landtagsabgeordnete. In die gleiche Kerbe schlug der Bezirkstags-Vizepräsident: „Das HPZ ist ein Leuchtturm-Projekt in der Region. In dem fühlen sich die betreuten Menschen wohl und sind dort bestens aufgehoben!“
Stadler und Aufsichtsratsvorsitzende Reil dankten ihrerseits beiden Politikern für deren Engagement sowie der Staats- und Bezirksregierung für die zugesagte Unterstützung. Ein besonderes Lob hatte der Vorstandsvorsitzende für die Bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf parat. Sie hatte, übrigens fast auf den Tag genau, zunächst einen Zuschuss von 4.378.300 Euro für den Neubau des Wohnheimes „Hinterm Rangierbahnhof“ in Weiden bewilligt, ehe sie im Oktober 2025 bei ihrem Besuch in Irchenrieth einen Scheck über 1.824.000 Euro im Gepäck für die Modernisierung und Umstrukturierung des Gebäudes mit der Zentralküche am Hauptstandort in Irchenrieth hatte.
„Hier wurde Sozialgeschichte geschrieben – die Entwicklung ist beeindruckend“, so der oberpfälzer Bezirkstagspräsident Franz Löffler im Juli letzten Jahres mit Blick auf das 60-jährige HPZ-Jubiläum. Der Bezirk wurde bei strukturell notwendigen und fachlich geprüften Bauvorhaben seiner Verantwortung für Menschen mit Beeinträchtigung gerecht und bewilligte u.a. einen Gesamtzuschuss von rund 730.000 Euro für den Bau des Wohnheimes „Hinterm Rangierbahnhof“ in Weiden mit seinen insgesamt 24 Wohnplätzen.
Für das Wohnheim in Weiden, fügte Stadler an, seien Gesamtkosten in Höhe von rund zehn Millionen Euro veranschlagt, wobei 5,1 Millionen Euro an Fördergeldern fließen würden. Somit könne gut die Hälfte der Kosten über Fördermittel abgedeckt werden, die restliche Summe bestreite das HPZ aus Eigenmitteln. Der Spatenstich sei im Frühjahr 2026 geplant, der Einzug solle voraussichtlich Anfang bis Mitte 2028 erfolgen.
In Irchenrieth wird hingegen schon seit Dezember 2025 das Hauptgebäude, das als „Stockwerkehaus“ tituliert wird, saniert. Dabei wird auch die Großküche samt Speisesaal mit künftig rund 150 Sitzplätzen komplett umgebaut. Auf zwei Stockwerken werden 20 moderne Wohneinheiten entstehen sowie im dritten Obergeschoss die dringend benötigten und dann zentral zusammengefassten neuen Verwaltungsbüros. „Für das HPZ und den Bezirk war es dabei natürlich wichtig, dass in der neugestalteten Küche beeinträchtigte Menschen wieder ihren Arbeitsplatz finden werden“, merkte Höher an.
Aktuell laufen die Entkernungsarbeiten für das, laut Stadler, schwierigste und anspruchsvollste Projekt. Aufgrund des in den 70er-Jahren erstellten Baukörpers könne man durchaus mit der einen oder anderen Überraschung rechnen. Die Gesamtkosten für das Bauvorhaben belaufen sich auf kalkulierte 15,6 Millionen Euro, wovon rund fünf Millionen Euro gefördert werden. Bereits im März/April dieses Jahres sollen die Aufbauarbeiten starten, die Fertigstellung ist für Mitte 2028 anvisiert. „Das ist sportlich, aber wir bleiben auf dem Gaspedal“, versprach der Vorstandsvorsitzende.
Mittelfristig geplant soll auch die in die Jahre gekommene Förderschule „Am Kleefeld“ mit ihrer inzwischen maroden und derzeit provisorisch abgedichteten Turnhalle neugebaut bzw. saniert werden. Hierfür werde nach ersten Kostenschätzungen mit einem zweistelligen Millionenbetrag kalkuliert. Das Ausschreibungsverfahren für die Vergabe der Fachplanungen ist abgeschlossen, ein Startgespräch mit den Fördermittelgebern fand bereits statt. Gebaut soll jedoch erst dann werden, laut Stadler, wenn die Gegenfinanzierung stehe. Die Umsetzung dieses Projektes wäre ein weiterer wichtiger Schritt für die Fortschreibung der HPZ-Erfolgsgeschichte.





